Notfallvorsorge & Vorrat: Das System zur Selbsthilfe

Ein plötzlicher, großflächiger Stromausfall (Blackout), extremes Unwetter oder eine kritische Versorgungskrise können das gewohnte gesellschaftliche System innerhalb von Minuten lahmlegen: Die Supermärkte schließen, die Wasserversorgung fällt aus, EC-Karten funktionieren nicht mehr und die Heizung bleibt kalt.

In einer solchen Extremsituation ist die Feuerwehr primär mit der Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur beschäftigt. Ihre persönliche Vorsorge entscheidet darüber, wie sicher und stabil Sie die ersten Tage überstehen. Die goldene Regel lautet: Jeder Haushalt sollte in der Lage sein, 10 Tage komplett autark zu leben.

Ohne Nahrung kann der menschliche Körper im Notfall mehrere Wochen überleben, ohne Flüssigkeit jedoch nur wenige Tage. Wenn die Wasserwerke ausfallen, fließt kein Leitungswasser mehr.

  • Menge: Rechnen Sie mit 2 Litern Flüssigkeit pro Person und Tag für einen Zeitraum von 10 Tagen. Das entspricht 20 Litern (ca. zwei Kästen Mineralwasser) pro Person.
  • Zusatzwasser: Halten Sie pro Person zusätzlich ca. 5 bis 10 Liter Nutzwasser (für Hygiene, Kochen oder minimale Reinigung) bereit.

Lagern Sie Lebensmittel, die lange haltbar sind, kühl und trocken gelagert werden können und im Idealfall auch kalt genießbar sind:

  • Kohlenhydrate & Proteine: Reis, Nudeln, Haferflocken, Knäckebrot, Hülsenfrüchte (Linsen, Bohnen) und Nüsse.
  • Konserven: Gemüse-, Obst- und Fleischkonserven sowie Fertiggerichte (Eintöpfe), da diese ungekühlt jahrelang haltbar sind.
  • Das Rotationsprinzip: Verbrauchen Sie die Lebensmittel im Alltag kontinuierlich vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums und kaufen Sie diese direkt wieder nach. So bleibt Ihr Notvorrat immer frisch, ohne dass Lebensmittel verschwendet werden.

Wenn das Stromnetz ausfällt, bleibt die Küche kalt und dunkel. Das richtige Werkzeug sichert warme Mahlzeiten und Orientierung:

  • Campinggaskocher: Ein einfacher Gaskocher mit Ersatzkartuschen ermöglicht das Erhitzen von Wasser und Konserven. Wichtig: Nur in gut belüfteten Räumen nutzen!
  • Beleuchtung: Taschenlampen (Kurbellampen oder LED mit ausreichend Ersatzbatterien), Kerzen und Streichhölzer/Feuerzeuge.
  • Batteriebetriebenes Radio: Ein Kurbelradio oder ein Radio mit Batterien (UKW) ist im Katastrophenfall Ihre einzige Verbindung zur Außenwelt, um amtliche Warnungen und Verhaltensanweisungen der Behörden zu empfangen. Das Smartphone-Netz wird nach wenigen Stunden ausfallen.

Die medizinische Versorgung muss auch bei blockierten Transportwegen stehen.

  • Hausapotheke: Wichtige, persönlich verschriebene Medikamente (Vorrat für mindestens zwei Wochen), Schmerzmittel, Fiebertabletten, Mittel gegen Durchfall und ein vollständiger Verbandskasten (DIN 13164, z. B. aus dem Auto).
  • Hygiene: Seife, Desinfektionsmittel, Toilettenpapier, Müllbeutel (falls die Toilettenspülung mangels Wasser nicht mehr funktioniert).
  • Bargeld: Halten Sie eine angemessene Menge Bargeld (kleine Scheine und Münzen) sicher zu Hause bereit. Bei Stromausfall streiken alle Geldautomaten und Kartenterminals.
  • Dokumente: Kopien der wichtigsten Dokumente (Ausweise, Urkunden, Versicherungsdokumente, Grundbuchauszüge) griffbereit an einem festen Ort in einer wasserdichten Mappe lagern, falls das Gebäude schnell evakuiert werden muss.

Sollte die Feuerwehr oder der Katastrophenschutz Sie aufgrund einer akuten Gefahr (z. B. extremes Hochwasser an Saar/Mosel oder ein schwerer Gefahrgutunfall) zur Evakuierung auffordern, muss es schnell gehen. Jeder Haushalt sollte einen gepackten Flucht-Rucksack bereitstehen haben:

Hygieneartikel für ein paar Tage

Personaldokumente und Bargeld (im wasserdichten Beutel)

Persönliche Medikamente für die nächsten Tage

Erste-Hilfe-Material

Haltbare Verpflegung und Trinkwasser für 2 Tage

Taschenlampe, Taschenmesser, aufgeladene Powerbank

Wetterfeste Kleidung, feste Schuhe, Decke/Schlafsack