Verhalten am Unfallort: Richtig reagieren bei Verkehrsunfällen
Ein Verkehrsunfall auf viel befahrenen Strecken wie der B 51 oder B 419 erfordert schnelles, aber vor allem besonnenes Handeln. Wer als Erstes an eine Unfallstelle kommt, steht unter Adrenalin. In dieser Situation schützt Sie ein klares, regelbasiertes Protokoll vor Fehlern.
Die goldene Regel lautet immer: Eigenschutz geht vor Fremdschutz! Nur wenn Sie selbst sicher sind, können Sie anderen effektiv helfen.
Das Rettungs-Protokoll: Schritt für Schritt
1. Unfallstelle absichern
Bevor Sie helfen oder das Fahrzeug verlassen, müssen Sie die Unfallstelle für den nachfolgenden Verkehr sichtbar machen.
- Warnblinklicht einschalten: Aktivieren Sie sofort die Warnblinkanlage Ihres Fahrzeugs, um nachfolgende Fahrer zu warnen.
- Warnweste anlegen: Ziehen Sie die Warnweste noch im Fahrzeug an, bevor Sie einen Fuß auf die Fahrbahn setzen.
- Warndreieck aufstellen: Stellen Sie das Warndreieck in ausreichendem Abstand auf. Als Faustformel gilt:
- Innerorts: ca. 50 Meter (ca. 50 Schritte)
- Landstraße: ca. 100 Meter (ca. 100 Schritte)
- Autobahn/schnelle Bundesstraße: mindestens 150 bis 200 Meter
- Tipp: Gehen Sie beim Aufstellen des Warndreiecks hinter der Leitplanke oder am äußersten Fahrbahnrand und halten Sie sich das aufgeklappte Dreieck als Schutz vor den Körper.
2. Notruf absetzen (112)
Sobald die Absicherung steht, alarmieren Sie die Rettungskräfte. Nutzen Sie die fünf W-Fragen, um der Leitstelle präzise Informationen zu liefern:
- Wo ist es passiert? (Genaue Straße, Fahrtrichtung, Kilometerstein oder markante Punkte)
- Was ist passiert? (Auffahrunfall, Frontalzusammenstoß, brennt ein Fahrzeug?)
- Wie viele Personen sind betroffen/verletzt?
- Welche Verletzungen/Gefahren liegen vor? (Eingeklemmte Personen, auslaufender Kraftstoff?)
- Warten auf Rückfragen! Legen Sie niemals sofort auf. Die Leitstelle beendet das Gespräch.
3. Erste Hilfe leisten
Nachdem der Notruf abgesetzt ist, kümmern Sie sich im Rahmen Ihrer Möglichkeiten um die verletzten Personen:
- Lebensrettende Sofortmaßnahmen: Prüfen Sie das Bewusstsein und die Atmung. Bringen Sie bewusstlose Personen mit stabiler Atmung in die Stabile Seitenlage. Setzt die Atmung aus, beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage.
- Betreuung: Verletzte stehen unter Schock. Sprechen Sie ruhig mit ihnen, beruhigen Sie sie und signalisieren Sie, dass professionelle Hilfe unterwegs ist. Lassen Sie Betroffene nicht allein.
- Wärmerhalt: Nutzen Sie die Rettungsdecke aus dem Verbandskasten (silberne Seite zum Körper), um Unterkühlung zu verhindern.
Verhalten bei fließendem Verkehr (Vorbeifahren)
Wenn bereits Rettungskräfte oder andere Ersthelfer vor Ort sind und die Unfallstelle ausreichend abgesichert ist, gelten folgende Regeln für das Vorbeifahren:
- Rettungsgasse freihalten: Bilden Sie bei stockendem Verkehr auf mehrspurigen Straßen (wie auf Autobahnen) sofort die Rettungsgasse (auf der linken Spur nach links ausweichen, auf allen anderen Spuren nach rechts).
- Geschwindigkeit reduzieren: Fahren Sie langsam, aufmerksam und bremsbereit an der Unfallstelle vorbei. Achten Sie auf Einsatzkräfte oder Trümmerteile auf der Fahrbahn.
- Zügig weiterfahren: Gaffen gefährdet Menschenleben. Halten Sie nicht an, um Fotos oder Videos zu machen (dies ist zudem strafbar). Sorgen Sie dafür, dass der Verkehrsfluss nicht unnötig blockiert wird, damit nachrückende Einsatzfahrzeuge freie Bahn haben.
Wichtig für den Selbstschutz: > Niemand erwartet von Ihnen medizinische Höchstleistungen. Doch das Absetzen des Notrufs ist eine Pflichtaufgaben, die jede Person fehlerfrei bewältigen kann. Ihr schnelles Handeln bildet das Fundament für die anschließende professionelle Rettung durch die Feuerwehr und den Rettungsdienst.

