Brandschutz: Richtiges Verhalten bei einem Gebäudebrand
Ein Ausbruch von Feuer in den eigenen vier Wänden oder im Arbeitsumfeld gehört zu den unvorhersehbarsten und gefährlichsten Krisensituationen. Dabei ist meistens nicht das Feuer selbst die größte Gefahr, sondern der hochgiftige Brandrauch. Schon wenige Atemzüge können zur Bewusstlosigkeit führen.
Wenn es brennt, schützt Sie das strikte Einhalten einer klaren Verhaltensabfolge. Der Ablauf unterteilt sich in drei Phasen: Alarmieren, Retten, Löschen (wobei Eigenschutz immer Vorrang hat).
Das Brandschutz-Protokoll: Schritt für Schritt
1. Ruhe bewahren und alarmieren
Panik blockiert logisches Denken. Atmen Sie kurz durch und leiten Sie die Rettungskette ein:
- Mitbewohner/Kollegen warnen: Rufen Sie laut „Feuer!“, um alle Personen im Gebäude zu alarmieren.
- BMA Auslösen: Lösen Sie (falls vorhanden) die Brandmeldeanlage aus.
- Anderen Helfen: Helfen Sie weiteren Personen, sofern dies gefahrlos möglich ist.
- Notruf absetzen (112): Verlassen Sie verrauchte Bereiche sofort und rufen Sie die Feuerwehr.
- Wichtig: Nennen Sie die genaue Adresse, das Stockwerk und vor allem, ob noch Menschen im Gebäude vermisst werden.
2. In Sicherheit bringen (Evakuierung)
Das Gebäude muss auf dem schnellsten, sichersten Weg verlassen werden.
- Fluchtwege nutzen: Nutzen Sie die ausgeschilderten Rettungswege (Treppenhäuser).
- Auf keinen Fall Aufzüge benutzen! Bei einem Brand kann der Strom ausfallen, wodurch der Fahrstuhl zur tödlichen Rauchfalle wird.
- Türen schließen: Schließen Sie beim Verlassen eines Raumes oder der Wohnung die Türen, aber schließen Sie sie nicht ab. Das verhindert, dass sich der giftige Rauch im ganzen Gebäude ausbreitet, hält aber den Rettungskräften den Zugang offen.
- Bei Rauch flach am Boden bewegen: Ist der Fluchtweg bereits leicht verraucht, bewegen Sie sich geduckt oder auf allen vieren vorwärts. Am Boden ist die Luft am kühlsten und der Sauerstoffgehalt am höchsten.
3. Was tun, wenn der Fluchtweg abgeschnitten ist?
Sollte das Treppenhaus bereits dicht mit Rauch gefüllt sein, ist eine Flucht hierüber unmöglich.
- In der Wohnung bleiben: Bleiben Sie in Ihrer Wohnung und schließen Sie die Wohnungstür.
- Rauch draußen halten: Dichten Sie Türschlitze mit feuchten Handtüchern oder Decken ab, um das Eindringen von Qualm zu verhindern.
- Auf sich aufmerksam machen: Gehen Sie an ein rauchfreies Fenster (oder auf den Balkon), öffnen Sie es und machen Sie sich durch Rufen und Winken für die eintreffende Feuerwehr bemerkbar.
4. Löschversuche (Nur bei Entstehungsbränden!)
Ein eigener Löschversuch mit einem Feuerlöscher oder einer Löschdecke ist nur dann sinnvoll, wenn der Brand noch ganz am Anfang ist (z. B. ein brennender Papierkorb) und Sie sich dabei nicht selbst gefährden.
- Abstand halten: Halten Sie genügend Sicherheitsabstand zum Feuer.
- Von unten nach oben: Stoßweise löschen und den Löschstrahl von vorne nach hinten sowie von unten nach oben auf die Flammen richten (nicht mitten in die Flammen spritzen).
- Sonderfall Fettbrand (Küche): Brennendes Fett in der Pfanne oder Friteuse niemals mit Wasser löschen! Das führt zu einer explosionsartigen Fettexplosion. Legen Sie stattdessen einen passenden Deckel darauf oder nutzen Sie eine Löschdecke, um dem Feuer den Sauerstoff zu entziehen.
Das Verhalten nach dem Verlassen des Gebäudes
Sobald Sie sich im Freien befinden, läuft die Koordination mit der Feuerwehr an:
Einsatzkräfte einweisen: Erwarten Sie die Feuerwehr an der Straße. Geben Sie dem Einsatzleiter sofort die wichtigsten Informationen: Wo brennt es exakt? Befinden sich noch Menschen oder Haustiere im Gebäude? Wo ist der beste Zugang?
Sammelplatz aufsuchen: Gehen Sie zu einem sicheren Bereich außerhalb des Gefahrenbereichs.
Vollzähligkeit prüfen: Sind alle Familienmitglieder, Mitbewohner oder Kollegen in Sicherheit? Ihr Handeln bildet das Fundament für die anschließende professionelle Rettung durch die Feuerwehr und den Rettungsdienst.

